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Zeitung << 1/2008 << Pro Vino Hungarico


Pro Vino Hungarico
Verein zur Förderung des ungarischen Weins in Österreich

Autor: Sándor Török

Der ungarische Wein hatte schon immer sein Potenzial in der ganzen Welt. Schon vor vielen Jahrhunderten war unser Lieblingsgetränk an den meisten europäischen Höfen bekannt und zählt noch heutzutage zu den wichtigsten Produkten unseres Landes.

Natürlich gab es auch ausgesprochen schlechte Perioden für die Weinproduktion in den vergangenen hundert Jahren, aber mit harter Arbeit sind unsere Keller jetzt in Neuaufblühen. Eigentlich mussten unsere Winzer die Tradition des ungarischen Weines nach der Wende aus der sozialistischen Massenproduktion befreien und neu aufbauen, und dieser Übergang hat sich bis heute beinahe vollständig durchgesetzt.
„Ein guter Wein braucht keine Werbung“, behauptet ein ungarisches Sprichwort, in diesem Fall paraphrasiert. Dies hat aber leider seine Gültigkeit in der heutigen marktorientierten Welt verloren. Ein Wein muss propagiert werden. Angenommen, dass der Hersteller seinen Wein neben dem Selbstbedarf verkaufen und beliebt machen möchte. Die Qualität ist natürlich die beste Werbung, aber dazu muss der Wein zu den Verbrauchern gelangen. Und neben den Importweinen, die in vielen Fällen kostengünstiger erscheinen, müssen die ungarischen Winzer ihren Willen stark durchsetzen.
Es gibt viele bekannte Arten der Weinförderung und der Propagierung. Einige sind davon die herkömmlichen Medienwerbungen der einzelnen Keller, und die Vernetzung des Weines zu den bekannten Restaurants und Vinotheken. Am nennenswertesten sind aber die auf Tradition bauenden Vereine, die in Ungarn auch in jedem Weingebiet vertreten sind. Natürlich konzentrieren sich diese auf das jeweilige Gebiet, aus dem die stammen und versuchen dem dortigen Wein Anerkennung zu verschaffen.
Aus dieser Vielfalt der Vereine, die sich mit dem Wein beschäftigen, ist durch Internetrecherche ein interessantes Exemplar in den Focus dieses Artikels geraten. Das Verein Pro Vino Hungarico hat seinen Sitz bei unseren österreichischen Nachbarn in Wien, stellt aber sein Hauptziel, die Förderung des ungarischen Weins, in den Vordergrund. Die Weinförderung, ohne Rücksicht auf Landesgrenzen ist freilich eine interessante Angelegenheit, aber aus den Mitteilungen des Vereins kann man reale Ziele entdecken, die unseren Respekt verdienen.
Diese Gemeinschaft, die als rechtlich eingetragener Verein funktioniert, besteht aus Männern und Frauen, die verantwortungsvoll den Weg des ungarischen Weins an die Tische der Österreicher verfolgen. Natürlich soll man motivierende Faktoren haben, um den ungarischen Wein aus Wien betreuen zu wollen. In diesem Fall könnte man die Abstammung einiger Mitglieder oder familiäre Bezüge als Hintergrund auffassen oder gar die gemeinsame Weintradition mit dem österreichischen Gebiet Burgenland unter die Lupe nehmen, die auf die Zeiten der Monarchie zurückgeht. Was auch immer dahinter steht, diese Leute haben genaue Vorstellungen, was den ungarischen Wein betrifft.
Der ungarische Wein wird heutzutage von der österreichischen Bevölkerung immer noch großteils unterschätzt bzw. verkannt, deshalb unternimmt Pro Vino Hungarico alles, um diese Lage zu ändern. Der Verein versucht mit Veranstaltungen jeglicher Art, das Interesse der Österreicher zu wecken, z.B. durch Weinproben, Teilnahmen an werbewirksamen Veranstaltungen oder durch Organisation von Weinkellerbesuchen in den malerischen Weinbaugebieten Ungarns. Ebenso soll der Verein als Wissenspool dienen, zur Zusammenführung und Weiterleitung von Wissen über den ungarischen Wein. Die Tätigkeit des Vereins ist gemeinnützig und nicht auf Gewinn gerichtet, sie dient der Wissensvermittlung über den ungarischen Wein und der Imageförderung des ungarischen Weins in Österreich sowie der Aufklärungsarbeit über die hohen Qualitätsstandards im ungarischen Weinbau in der österreichischen Bevölkerung und der wissenschaftlichen Erstellung von jährlichen Studien zur Veränderung der Einstellung der Österreichern zum ungarischen Wein.
Eines ist sicher, wenn jemand aus einem deutschsprachigen Land nach Ungarn reist, mit dem Ziel, unsere Weine besser kennen zu lernen, sollte er die Homepage von Pro Vino Hungarico als allererstes besuchen, erst dann die Keller. Natürlich wäre es am besten, wenn sich ein Verein mit ungarischem Sitz eine solche Tätigkeit als Ziel setzen würde, aber die österreichische Imagehilfe ist auch gut zu gebrauchen. Wir bedanken uns auch dafür.